Artikel aus der Saarbrücker Zeitung, Erschienen: 18.09.07, Seite C8, NK_LOK                 Zurück zum Pressearchiv

 

Ein Vierminuten-Ei zur Premiere
Dudweiler Statt-Theater spielte Loriot in der Eventhalle des CFK

Neunkirchen. „Ich seh den Sternenhimmel, Sternenhimmel, oh oh.“ Diese hübsche Liedzeile aus Zeiten der Neuen Deutschen Welle dürfte den Besuchern der Eventhalle des Centrums für Freizeit und Kommunikation (CFK) künftig noch öfters in den Sinn kommen. Eröffnet wird der ungewöhnliche Ausblick durch das große, bullaugenähnliche Oberlicht in sechs Metern Höhe. Geradezu sakral wirkt der in Kuppelform gestaltete Saal. Mit Empore und einer Vielzahl „schwebender“ Lampen versehen, die runden Wände mit Buchenholz verkleidet, Theke und (mobile) Sektbar in bequemer Reichweite, fühlt man sich weder „event“- noch „hallen“-mäßig, sondern einfach nur pudelwohl. Verstärkt wurde dieser Effekt am Samstag durch das Gastspiel des Statt-Theaters Dudweiler. Den drei Damen und fünf Herren kam die Ehre zu, die Bühne mit Loriots Dramatischen Werken „einzuspielen“.

Die Vorgeschichte ist eine typisch saarländische: CFK-Geschäftsführer Michael Krauss, privater Modern- und Jazz Dancer, gehörte mal zu Merlins Hofstaat beim Neunkircher Musicalprojekt. Merlin selbst wurde von Dieter Meier gespielt, der zum Urgestein des Statt-Theater gehört. „Als Dieter den Raum hier sah, hat er direkt gesagt: ‚Hier spielen wir’“, erinnert sich Krauss lächelnd.

Das Stück war eine gute, aber risikofreie Wahl. Loriot geht immer. Viel dazu sagen muss man eigentlich nicht: Natürlich öffnet der Papst in Wuppertal seine Herrenboutique, natürlich „saugt und bläst der Heinzelmann, wo Mutti sonst nur saugen kann“, natürlich sollte Bertha das Vierminutenei lieber nicht nach Gefühl kochen. Ganz zu schweigen von Gwyneth Molesworth, der für Lord Hesketh-Fortescue in Nether Addlethorpe den unvermeidlichen Schlipth, äh, Schlips erwirbt. Prädikat: Köstlich.

„Ich bin angenehm überrascht“, meinte zum Beispiel Ulrike Schmidt, die erst gar nicht mitkommen wollte. Wo doch die Videos mit Vicco von Bülows gesammelten Dramen zu Hause im Schrank stehen. Doch siehe da: „Das hier ist fast noch besser als das Original.“ Begeistert zeigte sich die Riegelsbergerin nicht zuletzt vom Ambiente: „Wirklich toll, was hier entstanden ist.“

Mit sich und der Welt sichtlich zufrieden war auch Michael Krauss. „Das hier war eine Art Testlauf für künftige Theater- und Musikangebote.“ 150 Stühle hatte man aufgestellt, mehr als zwei Drittel waren besetzt. „Für eine Premiere sehr ordentlich“, strahlte der Geschäftsführer. Im Anschluss luden er und seine Mitarbeiter noch in die Sportlerbar zur „Kosakenzipfelparty“ ein. Dass das legendäre Gebäck aus-
verkauft war, versteht sich von selbst.  nig

Loriot Theateraufführung

Der Heinzelmann saugt auf der Bühne der neuen Eventhalle. Foto: Thorsten Wolf

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