Artikel aus der Saarbrücker Zeitung, Erschienen: 01.10.07, Seite C4, NK_LOK                 Zurück zum Pressearchiv

 

Mit Sinnsprüchen an den Wänden

Viel getan hat sich seit dem Frühschoppen im Rohbau vor 26 Monaten. Davon überzeugten sich am Samstag hunderte Neugierige. Im CFK gab’s ein prima Programm, massig Lob, aber keine Fallschirmspringer. Von SZ-Mitarbeiterin Anja Kernig

Spiesen. „Nur in der Bewegung, so schmerzlich sie sei, ist Leben.“ Statt geölter Bodybilder grüßen Sinnsprüche von den Wänden des Kraftsport- und Sauna-Traktes. Wer das Centrum für Freizeit und Kommunikation am Samstag erschöpfend in Höhe, Breite und Tiefe erkunden wollte, musste sich freilich viel bewegen. Fünf Gebäude umfasst das „Ufo“ am Nassenwald. Jedes für sich ein interessantes Forschungsobjekt. Man nehme nur das Hotel, das eine galaktische Bowlingbahn samt Sportsbar beherbergt. Gern ließen sich die Gäste bunte Kugeln in die Hand drücken, um die vollautomatische Anlage zu testen.
Sonja Schwender bowlte zum ersten Mal in ihrem Leben – und traf alle Zehne. „Unglaublich futuristisch“ sei dieses CFK, schwärmte die Neunkircherin. „Man denkt, man ist im Hochglanzkatalog.“ In keiner Weise Lebenshilfe zugehörig, kam sie aus reiner Neugier vorbei: „Wann hat man schon die Gelegenheit, so etwas zu sehen.“ Schwer begeistert war Sonja Schwender nicht zuletzt von den ausgestellten Bildern, sämtlich von so genannten Behinderten geschaffen. Ihr Favorit: die Kreide-Grafiken von Klaus Mitch. Echte Kunst. In der versuchten sich auch die kleinsten Gäste, die im Arbeitspädagogischen Zentrum munter mit Farben und Pinseln, Blechscheren und Schleifpapier hantierten.


Überhaupt wurde für Kids mit Hüpfburg, Puppentheater & Co. immens viel geboten. Für Hungrige und Durstige ebenso. Genannt seien hier nur Lachstatar und Lyonerpfanne, Wildschwenker und Caipirinha.
Während draußen wetterbedingt ganze Biertischgarnituren verwaisten, tobte drinnen der Bär in Form von Willi Jost. „De Hausmeischda“ brachte die Eventhalle erstmals an ihre Kapazitätsgrenze.
Weiter ging’s zur Sporthalle und Trainer Bernd Rockstroh: „Bis 16 Uhr sind hier täglich ausschließlich Beschäftigte der Werkstätten aktiv.“ Freiwillig, versteht sich. Von den 1000 Betreuten des WZB betätigen sich 500 regelmäßig sportlich. Wofür ihnen die neue Halle mit ihrem Spezial-Boden, höhenverstellbaren Basketballkörben, behindertengerechten Sanitäranlagen und der 1A-Musikanlage perfekte Bedingungen bietet. „Den Leuten muss es Spaß machen, sonst bleiben sie weg“, weiß Rockstroh, der jetzt noch lieber zur Arbeit geht.

Wir sind sehr zufrieden, nur nicht mit dem Wetter“, zog Geschäftsführer Michael Krauss stellvertretend für alle 80 Helfer am späten Nachmittag Bilanz. Obwohl er nachts nur drei Stunden geschlafen hatte,
wirkte er so „F“ wie immer: frisch, freundlich, fröhlich.
Vergessen die Angst, dass sich die Sturmböen nicht legen. Egal, dass Petrus Laune die Fallschirmsprünge verhinderte. Was zählte, war das Lob der Besucher: „Die Kombination Landschaft und Architektur
macht’s“, ist sich Krauss sicher.


„Samba O` leck“ trommelte sich zusammen mit WZB-lern direkt in die Herzen. Foto: Willi Hiegel


Sama Oleck trommelt im CFK

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