Artikel aus der Saarbrücker Zeitung, Erschienen: 20.07.2004 / SZ / WND_LOK             Zurück zum Pressearchiv

"Erster Spatenstich am Centrum für Freizeit und Kommunikation"

Freizeitspaß für Behinderte

Damit auch behinderte Menschen ihre Freizeit nach eigenen Wünschen gestalten können, baut das Werkstattzentrum für Behinderte (WZB) in Spiesen-Elversberg ein eigenes Centrum, an dem man sich jetzt zum ersten Spatenstich traf.

VON SZ-Mitarbeiterin

CHRISTINE Schäfer

Spiesen-Elversberg . Ausgehen, sich mit Freunden vergnügen, Tanzen, Kegeln, Kinobesuche, Disco – diese Freizeitwünsche äußerten geistig Behinderte in einer vom WZB in Auftrag gegebenen Befragung. Um ihnen, aber auch nicht Behinderten, eine sinnvolle Freizeitgestaltung zu ermöglichen, entschloss man sich zum Bau des neuen Centrums, in das auch Bereiche des WZB wie die Küche oder die Reha-Fachdienste ausgelagert werden. ,,Architekt Marcel Giebel aus Saarlouis hat es verstanden, die Freizeitbedürfnisse der behinderten Menschen mit den Wünschen der Gemeinde zu verbinden“, lobte WZB-Geschäftsführer Rainer Hartkorn, nach dessen Worten etwa 40 bis 45 neue Arbeitsplätze entstehen werden. ,,Mit dem Bau des Centrums für Freizeit und Kommunikation wird eine neue Seite aufgeschlagen im Miteinander von behinderten und nicht behinderten Menschen“, unterstrich der Finanzminister und stellvertretende Ministerpräsident des Saarlandes, Peter Jacoby. Damit beweise das WZB, dass es in der Lage sei, neue Wege zu gehen und Modellprojekte zu realisieren. Er wertete den Neubau als Beitrag zur Fortentwicklung der wirtschaftlichen Infrastruktur in der Gemeinde Spiesen-Elversberg. Der achitektonische Komplex füge sich wunderbar in die Landschaft ein, so dass man gleich in doppelter Hinsicht von einer gelungenen Integration reden könne. Das grundsätzliche Ziel der Lebenshilfe, Behinderten die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu erleichtern, habe die Idee zum Bau des sozio-kulturellen Centrums nahe gelegt, unterstrich Franz Rudolph Kronenberger, der Landesvorsitzende der Lebenshilfe. Da die Definition des Lebenssinns nicht nur über Arbeit möglich sei, habe die Gestaltung der Freizeit auch für behinderte Menschen einen hohen Stellenwert. Er wünsche dem Projekt eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung.

Als ,,Glückstag für die Gemeinde Spiesen-Elversberg“ wertete Bürgermeister Reiner Pirrung das Projekt. Das WZB sei der größte Arbeitgeber in der Kommune. Die Gemeinde werde sich daran beteiligen, das Centrum mit Leben zu erfüllen.

Meinung

Ein sinnvolles Projekt

VON SZ-REDAKTEUR

FRED BLINN

Das grundsätzliche Ziel der Lebenshilfe ist es, behinderten Menschen eine sinnvolle Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu erleichtern. So gesehen ist der Bau eines Zentrums für Freizeit und Kommunikation beim WZB in Spiesen-Elversberg nur konsequent.

Wird das Zentrum nach seiner Fertigstellung auch von der Jugend in Spiesen-Elversberg angenommen, erfüllt es einen doppelten Zweck: Erstens dient es der notwendigen Integration behinderter Menschen, zweitens bietet es der Spiesen-Elversberger Jugend einen Ort, sinnvoll die Freizeit zu verbringen. Solche Orte sind in der Gemeinde bislang Mangelware.

Und noch eines kommt hinzu: Durch das Zentrum werden 40 bis 45 neue Arbeitsplätze entstehen. Kein Klacks für eine Gemeinde.

Auf einen Blick

Baukosten : Acht Millionen Euro

Zuschüsse : Eine Million Euro vom Integrationsamt

Bauzeit : Voraussichtlich zwei Jahre

Architekt : Marcel Giebel aus Saarlouis

Lage: am Hackenborner Trift in Spiesen-Elversberg

Freizeitangebote :Hotel,Restaurant, Biergarten, Mehrzweckhalle,Minigolfanlage und Wellnessbereich

WZB : Das WZB, das insgesamt 820 behinderte Menschen beschäftigt, wird Teile der Reha-Fachdienste, die WZB-Küche und den Sportbetrieb mit einer Turnhalle auslagern. cs

Zurück zum Pressearchiv