Artikel aus der Saarbrücker Zeitung, Erschienen: 12.01.06, Nr. 10, Seite B6, NK_LOK                 Zurück zum Pressearchiv

 Rubrik: Thema der Woche

CENTRUM FÜR FREIZEIT UND KOMMUNIKATION IN SPIESEN

Hier darf man später mal kräftig abräumen

Ein Baustellen-Besuch

Spiesen. Gummistiefel sind schon angebracht, wenn man derzeit mit Mitchael Krauss „seine“ Baustelle besichtigt. In einem Jahr – im Januar 2007 – soll es eröffnet werden: das Centrum für Freizeit und Kommunikation (CFK) in Spiesen, ein Integrationsbetrieb mit einem vielfältigen Angebot von Hotel mit Restauration über Sporthalle bis Wellness. Mit diesem Centrum soll eine Begegnungsstätte für behinderte und nichtbehinderte Menschen geschaffen werden. Werbetext auf der CFK-Homepage in eigener Sache: „Egal ob Urlaub, Freizeit, Wellness, Sport, Großveranstaltung, Catering, Seminar oder Tagung – das CFK

mit barrierefreiem Hotel, Restaurant, Eventhalle und behindertengerechtem Wellnessbereich bietet für jeden Anlass das passende Ambiente.“

Noch stapfen wir über Matschhügel, balancieren auf Brettern, die Gräben überspannen, steigen vorsichtig Betonstufen im Rohbau rauf und runter. Und doch ahnt man schon mit ein bisschen Fantasie, was da entsteht. Wenn Krauss zum Beispiel sagt: „Hier kommt später mal der Biergarten hin“, dann nickt der fröstelnde Betrachter, sagt „Ja, ja“ und stellt sich im Geiste einen lauen Sommerabend mit einem frisch gezapften Pils vor.

Gemütlich könnte sicher auch die so genannte Sportsbar werden. Eine Bowlinganlage (zwei Bahnen) ist hier vorgesehen. „Wir denken auch an eine Großleinwand, beispielsweise für Fußball-Länderspiele“, sagt Krauss. Und ab und an ein Disco-Abend für die WZBler, das soll auch auf die Beine gestellt werden.

Geplant wird alles behindertengerecht, aber auch für nicht behinderte Gäste. Wo muss da – Stichwort Wohlfühlfaktor – sensibel entschieden werden? Krauss: „Das CFK-Gelände und die Gebäude werden nach den einschlägigen DIN-Normen zum barrierefreien Planen und Bauen konzipiert.

Dies bedeutet, dass wir allen Menschen, unabhängig vom Alter oder einer Behinderung, eine eigenständige Zugänglichkeit beziehungsweise Nutzbarkeit ermöglichen.“

Aber alles unaufdringlich, denn der Betrieb muss sich am Markt behaupten und auch nichtbehinderte Menschen ansprechen. cle  

 

HINTERGRUND

Was bietet das CFK? Das Centrum für Freizeit und Kommunikation, so Geschäftsführer Michael Krauss, besteht aus mehreren Gebäuden, die verschiedene Zielgruppen ansprechen.

Das Hotelgebäude bietet drei klimatisierte Tagungsräume, elf Doppelzimmer, zwei Ferienappartements für bis zu vier Personen, ein Restaurant, einen Frühstücksraum, eine Sportsbar inklusive zwei Bowlingbahnen sowie einen Biergarten.

Die Eventhalle , ausgestattet mit variabler Bühne und moderner Tagungstechnik, bietet je nach Bestuhlung Platz für bis zu 250 Personen und eignet sich daher sowohl für Familienfeiern als auch Tagungen.

Das Gelände liegt mitten in der Natur, was das sportliche Angebot im CFK nutzen wird. Innerhalb der Anlage befindet sich ein kleines Fitnessstudio mit Sauna, das Hotelgäste sowie Sportler durch seine Lage und den Anschluss an das gut ausgebauten Wander- und Wegenetz in der näheren Umgebung anziehen soll.

Die WZB-Turnhalle, die tagsüber von den Mitarbeitern des WZB für den Betriebssport genutzt wird, kann abends von Sportgruppen und Vereinen angemietet werden. Auch ein behindertengerechter Kinderspielplatz ist angedacht. cle  

 

Michael Krauss auf ,,seiner“ Baustelle: Hier entsteht das Centrum für Freizeit und Kommunikation in Spiesen. Fotos: SZ/CFK
Diese Treppe führt später hinauf in die Eventhalle.

Krauss: "Wir liegen im Plan"
In genau einem Jahr will das Centrum für Freizeit und Kommunikation in Spiesen die ersten Gäste begrüßen

Spiesen. In einem Jahr soll das Centrum für Freizeit und Kommunikation (CFK) eröffnet werden. Mit Geschäftsführer Michael Krauss sprach SZ-Redakteurin Claudia Emmerich über den aktuellen Stand.

 Herr Krauss, noch ein Jahr bis zur geplanten Eröffnung des CFK. Schlafen Sie noch gut?

Krauss: Derzeit kann ich noch nicht über mein tägliches Schlafpensum klagen. Wir liegen im Plan. Bei den Gebäuden ist der Rohbau abgeschlossen und die Arbeiten am Innenausbau haben begonnen. Wöchentliche Baubesprechungen sorgen für den Informationsfluss zwischen den Firmen, und wir können in das Baugeschehen eingreifen. Ab und zu kommt uns eine Optimierungsidee und wir versuchen die neuen Ideen und Impulse in das bauliche Konzept einfließen zu lassen. Bei der Planung arbeite ich eng mit der Geschäftsführung der Werkstatt für behinderte Menschen zusammen, die der Investor für dieses Projekt ist. Dies ist für die zukünftige Ausrichtung des Centrums von großer Bedeutung, da die CFK gGmbH als alleiniger Pächter alle Einrichtungen im CFK selbst betreiben wird und somit ein flexibles und uneingeschränktes Event- und Freizeitangebot bieten kann.

Und was ist das Besondere am CFK?

Krauss: Das Besondere am CFK ist, dass es als Integrationsbetrieb betrieben wird. 20 der 40 entstehenden Arbeitsstellen werden mit behinderten Menschen, die dann in den Berufen der Freizeit- und Gastronomiebranche tätig sein werden, besetzt.

Wann werden Sie Ihr Produkt CFK auf den Markt werfen?

Krauss: Nach dem aktuellen Planungsstand startet das CFK im Januar 2007. Derzeit finden Gespräche mit den Zielgruppen wie Mitarbeitern des WZB, der Gemeinde, Firmen und Verbänden statt. Daraus wollen wir attraktive Angebotspakete entwickeln. Die CFK-Homepage nimmt bei unserer Informationspolitik auch eine wichtige Rolle ein. Über sie kann man alle aktuellen Informationen zum Projekt abrufen und auch den CFK-Newsletter abonnieren.

Barrierefreiheit als Werbefaktor?

Krauss: Die Barrierefreiheit unserer Anlage spielt selbstverständlich eine wichtige Rolle bei der Vermarktung des Centrums, da wir mit unserem CFK-Projekt auch eine Referenz sein werden. Unser Ziel ist die Schaffung einer Begegnungsstätte für behinderte und nichtbehinderte Menschen, die

Raum für Freizeit und Kommunikation ohne gesellschaftspolitische Zwänge schafft. Die zukünftigen Mitarbeiter unseres Integrationsbetriebes werden ein wichtiger Faktor sein.

Barrierefreier Tourismus?

Dieser Service wird einen wichtigen Faktor bei behinderten Gästen als auch Senioren einnehmen. Gerade vor dem Hintergrund der zunehmenden Überalterung der Gesellschaft bietet barrierefreier Tourismus langfristige Perspektiven. Wir versprechen uns mit barrierefreier Gestaltung auch eine stärkere Kundenbindung sowie auch eine bessere Auslastung in der Nebensaison.

Kann sich ein Integrationsbetrieb auch rechnen?

Krauss: Wir haben für das CFK ein betriebswirtschaftlich schlüssiges Konzept entwickelt, das im Rahmen der Planungen mit beratenden Firmen und Arbeitskreisen diskutiert wurde. Verschiedene Szenarios wurden durchgespielt, und alle Beteiligten sind der Überzeugung, dass sich der Betrieb des CFK als Integrationsbetrieb rechnen wird. Da wir uns wie jedes andere Unternehmen auf dem Markt behaupten müssen, ist ein ständiges Monitoring erforderlich, um auf Trends und Anforderungen reagieren zu können.

Was bedeuten für Menschen mit Behinderungen die Arbeitsplätze im CFK?

Krauss: Mit einem Integrationsbetrieb werden neue Perspektiven für Menschen mit Behinderungen geschaffen. Sie befinden sich in einem Arbeitsumfeld, das ihnen einen diskriminierungsfreien Umgang mit Kollegen gewährleistet. Und ihre Arbeit ist zugleich identitätsstiftend und stärkt das Selbstbewusstsein. Gerade für Menschen, die vorher in einer Werkstatt für behinderte Menschen gearbeitet haben, ist der Integrationsbetrieb ein wichtiger Schritt in den ersten Arbeitsmarkt.

WZB und CFK – was greift da ineinander, was läuft parallel und was unabhängig voneinander?

Krauss: Da auch das CFK in die Betriebs- und Freizeitaktivitäten des WZB mit eingebunden wird, haben wir Arbeitskreise gebildet, die die Qualität der zukünftigen Projekte sichern werden. Behinderte Mitarbeiter des WZB, die in den Integrationsbetrieb wechseln, werden beim WZB auf ihre zukünftigen Tätigkeiten vorbereitet. Auch logistische Strukturen werden wir nutzen, da das CFK zukünftig die Cateringleistungen für die Eventhalle von der Großküche des WZB beziehen wird. Der Betriebssport des WZB wird in die WZB-Turnhalle auf dem Gelände des CFK verlegt, wodurch es auch für die behinderten Menschen möglich sein wird im nahe gelegenen CFK-Fitnessstudio zu trainieren. Natürlich wird auch das WZB wie andere Unternehmen die Tagungsräume des Hotels für Schulungen und Seminare nutzen.

CFK – Eine Chance für den Tourismusim Kreis allgemein?

Krauss: Wir schaffen mit unserem Konzept eine Freizeit- und Tagungsstätte im Saarland, die den Raum Neunkirchen im Bereich Tourismus und Eventbranche bereichern wird.

Wir denken auch an eine Großleinwand, beispielsweise für Fußball-Länderspiele.“
Michael Krauss

 

„Das CFK bietet für jeden Anlass das passende Ambiente.“ CFK-Homepage

ZUR PERSON

Michael Krauss,

Jahrgang 1969, studierte Betriebswirtschaftslehre
in Saarbrücken, Vertiefungsfächer Marketing,
Industriebetriebslehre und Informationsmanagement.
2000/2001 war er zuständig für Marketing
der Gastronomie-Community gastro.de
bei der Gastrofix AG.
2002 bis 2005 war er im Marketing
der imc AG Saarbrücken für Roadshows, Tagungsorganisation und Messeveranstaltungen.
Seit März 2005 ist er Geschäftsführer
der CFK gGmbH. cle

Am 12. August 2005 feierten sie im Spieser Nassenwald das Richtfest.

 

STICHWORT

Steckbrief CFK Investor :

Werkstatt für Behinderte der Lebenshilfe gGmbH

Betreiber: CFK gGmbH, 100-prozentige Tochterfirma der WZB gGmbH

Fläche: zirka 18.000 Quadratmeter

Lage: Zum Nassenwald, Spiesen-Elversberg

Bausumme: zirka sechs Millionen Euro

Erster Spatenstich: 16. Juli 2004

Arbeitsplätze: 40

Branche: Freizeit- und Gastronomiebereich

Besonderheit: barrierefreies Centrum, Integrationsbetrieb

Eröffnung: im Januar 2007 cle

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