Artikel aus Magazin: Lebenshilfe Neunkirchen „heute“, Heft 1/2005, S. 14/15                   Zurück zum Pressearchiv

WERKSTATTZENTRUM FÜR BEHINDERTE DER LEBENSHILFE gGMBH (WZB)

„Eine Begegnungsstätte für behinderte und nicht behinderte Menschen"
Michael Krauss - Manager des neuen Centrums für Freizeit und Kommunikation

„Das neue Centrum für Freizeit und Kommunikation (CFK) soll eine Begegnungsstätte werden, in der Vorurteile zwischen behinderten und nicht behinderten Menschen abgebaut werden", erklärt der Manager der Einrichtung, Michael Krauss.

Die Stelle habe den 36-jährigen Messe- und Eventmanager gereizt, weil man etwas bewegen und selbständig gestalten könne. Die Leitung eines Integrationsbetriebes fasziniere ihn auch deshalb, weil es gelte, Konzepte für behinderte und nicht behinderte Menschen im Freizeit- und Businessbereich zu entwickeln, erklärte Krauss im Gespräch mit WZB-Geschäftsführer Rainer Hartkorn und dem Vorsitzenden der Lebenshilfe Neunkirchen, Norbert Puhl. Dazu zählt der neue Center-Manager etwa die Organisation von Ausstellungen und anderen Events.

Auch wenn das neue Centrum mit Restaurant, Hotel, Mehrzweckhalle und Wellness-Bereich erst Ende 2006/Anfang 2007 eröffnen wird, hat Krauss bereits in diesem Frühjahr seine Arbeit bei der WZB aufgenommen, da er schließlich schon lange vor der Eröffnung viele Fragen klären muss. Ich werde die einzelnen Lebenshilfe-Einrichtungen besuchen und in Gesprächen mit den Menschen vor Ort herausfinden, welche Bedürfnisse ganz konkret bestehen", gibt der Diplomkaufmann einen Einblick in seine Vorgehensweise. Intensive Gespräche mit den Verantwortlichen in der Gemeinde Spiesen-Elversberg sollen beispielsweise zu einer optimalen Auslastung des Centrums beitragen. Da dort später auch behinderte Mitarbeiter, etwa in den Gastronomiebetrieben, eingesetzt werden sollen, stimmt er gemeinsam mit den Reha-Fachdiensten die notwendige Schulung des Personals ab.

„Um das Projekt richtig zu nutzen, muss man über den Tellerrand hinausgeguckt und Gespräche im gesamten Saarland und den angrenzenden Regionen führen", unterstreicht WZB-Geschäftsführer Rainer Hartkorn. Zu den Aufgaben des neuen Managers zähle auch, das gesamte Projekt finanziell auf sichere Beine zu stellen und mit Unterstützung der Lebenshilfe-Verantwortlichen sämtliche Zuschussmöglichkeiten auszuloten.

Eingebunden ist Michael Krauss auch in die Vorbereitungen zum 30-jährigen Bestehen des WZB, das im Juni gefeiert wird. Die Woche über soll der Schwerpunkt des neuen Centrums eher im Businessbereich liegen, abends und am Wochenende stehen gemeinsame Freizeitangebote für behinderte und nicht behinderte Menschen im Vordergrund. „In einer Sportsbar könnten alle gemeinsam etwa während der WM Fußballspiele anschauen und so Vorurteile abbauen", nennt Hartkorn ein konkretes Beispiel.

Damit die Angebote im neuen Centrum sich auch tatsächlich an den Wünschen und Bedürfnissen behinderter Menschen orientieren, hatte das WZB bei Dr. Christine Reimann eine entsprechende Untersuchung in Auftrag gegeben. Die Umsetzung dieser Ergebnisse wird nach Hartkorns Einschätzung eine der Hauptaufgaben des neuen Managers sein. So seien etwa 50 Prozent der behinderten Mitarbeiter auf Fahrdienste angewiesen, fast die Hälfte wünsche sich eine stärkere Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel. Viele Freizeitangebote für Behinderte, etwa gemeinsames Kochen, fördern gleichzeitig deren Selbständigkeit im Alltag. „Ganz gleich, ob Ausflüge, Stadtbummel oder gemeinsame Wanderungen - Menschen mit Behinderung nehmen entsprechende Freizeitangebote gerne an", schildert Norbert Puhl, der Vorsitzende der Lebenshilfe Neunkirchen, seine Erfahrungen. Er sprach sich dafür aus, in dem neuen Centrum auch ein Reisebüro einzurichten, das sich auf die Bedürfnisse behinderter Menschen im Urlaub spezialisiere.

Nach Abschluss des Wirtschaftsgymnasiums studierte Michael Krauss Betriebswirtschaft mit den Schwerpunkten Marketing, Informationsmanagement und Industriebetriebslehre. Bei seinem letzten Arbeitgeber, der information multimedia communication AG war er als Messe- und Eventmanager beschäftigt. Zu den Hobbys des Diplomkaufmanns zählen Jogging, Inline-Skaten und Tanzen. Beim Hospitieren in der Tanzschule ist er auch mit behinderten Menschen zusammengekommen und habe so gemerkt, welch positive Auswirkungen etwa Musik auf sie haben kann, erinnert sich Michael Krauss an seine ersten Erfahrungen mit dieser Personengruppe.

Verfasser: Christine Schäfer

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